Er ist wieder da [Blu-ray]

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Hersteller Beschreibung

Mit seiner Verfilmung von Timur Vermes' provokantem Bestseller wandelt David Wnendt auf dem schmalen Grat zwischen Satire und Reality-TV, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt.
In einer Zeit, in der Asylantenheime brennen, Rechtsradikale mit ausländerfeindlichen Parolen durch die Straßen ziehen und Deutschland in Bezug auf die Flüchtlingssituation womöglich vor seiner größten Herausforderung seit dem Ende des Nationalsozialismus steht, kommt ein Film in die Kinos, der sich mit der Frage beschäftigt: Was wäre, wenn Hitler gar nicht tot ist und plötzlich im Berlin von heute auftaucht? Ob der Zeitpunkt der Herausbringung nun passend oder unpassend sein mag, sei einmal dahin gestellt, Fakt ist, dass der Roman zum Film vor drei Jahren erschien, zum Bestseller wurde und nicht zuletzt dank der von Christoph Maria Herbst gelesenen Hörbuchfassung zum medialen Großereignis avancierte. Das dürfte nun auch der Leinwandversion von Er ist wieder da gelingen, zumal sich die Macher um Regisseur David Wnendt (Feuchtgebiete) etwas ganz Besonderes einfallen ließen. Statt das in der Ich-Form aus der Sicht Hitlers geschriebene Buch eins zu eins zu übernehmen, streute man Dokumentarmaterial ein und unterfütterte die abgrundtief böse Satire vom Aufstieg des Diktators zum großen TV-Entertainer mit Statements, die aus in Borat-Manier geführten Straßen-Interviews mit deutschen Bürgern stammen. So witzig es sein mag, Hitler etwa nur mit einem (sehr langen) Unterhemd bekleidet in einer türkischen Reinigung zu beobachten, so erschreckend ist es wiederum, wenn Menschen vor laufender Kamera im Gespräch mit der von Oliver Masucci verkörperten Führer-Figur keinen

Gerade noch tobte der Kampf um Berlin, aber anstatt im Führerbunker findet sich Adolf Hitler plötzlich zu seinem großen Erstaunen mitten im Berlin des Jahres 2014 wieder. Bei bester Gesundheit, aber aufgrund der völlig veränderten Situation zunächst leicht orientierungslos verbringt er eine Nacht in einem Kiosk, dessen Besitzer ihn für einen obdachlosen Komiker hält. Mit Hilfe der Zeitungen verschafft sich Hitler einen ersten Überblick über das moderne Deutschland, aber was er da liest, gefällt ihm überhaupt nicht: zu viele Ausländer, zu viel Demokratie und dann auch noch eine Frau als Kanzlerin! Als der arbeitslose Fernsehreporter Fabian Sawatzki ihm den Vorschlag macht, durch Deutschland zu reisen und seine Gespräche mit der Bevölkerung zu filmen, ergreift Hitler die Gelegenheit, das zu tun, was er am besten kann: Er wirbt äußerst eloquent und voller Verständnis für die Sorgen und Nöte des kleinen Mannes für seine Überzeugungen. Geschickt instrumentalisiert Hitler die Hilfe der Medien und steigt mit Unterstützung des erfolgsgierigen Senders MyTV zum großen Comedy-Star auf – und das obwohl oder gerade weil er sich seit 1945 kein bisschen verändert hat. Während die Zuschauer glauben, einen politisch höchst unkorrekten Komiker zu sehen, kommen Sawatzki jedoch allmählich Zweifel an seiner Entdeckung. Der vermeintliche Schauspieler Hitler fällt einfach nie aus der Rolle, sondern beginnt mit zunehmenden Erfolg absolut massentauglich sein Deutschland wieder auf Linie zu trimmen. Bereits der gleichnamige Roman von Timur Vermes avancierte 2012 zum Bestseller. Regisseur David Wnendt, der schon mit Kriegerin für Aufmerksamkeit sorgte, legt mit der erfolgreichen Verfilmung von Er ist wieder da 2015 noch eins drauf. Dabei ist die bitterböse Mediensatire alles andere als eine klassische Romanverfilmung: Wnendt schickte seinen Hitler-Darsteller, den Wiener Burgtheater-Schauspieler Oliver Masucci, zum Teil mit versteckter Kamera auf die Straße, wo er in dokumentarischen Szenen der deutschen Volksseele auf den Zahn fühlt. Hitler gerät dabei jedoch nie zur Witzfigur, sondern erscheint im Gegenteil beängstigend real. Wnendt lässt den Gröfaz ganz er selbst sein. Und gerade weil dieser sich nicht davon beirren lässt, wie Deutschland sich in den 70 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verändert hat, findet sein Hitler erschreckend schnell ein begeistertes Publikum. Das Lachen bleibt einem dabei so manches Mal im Halse stecken. Immer wieder gelingt es Wnendt und seiner Schauspielriege (neben Mascucci brillieren Christoph Maria Herbst, Katja Riemann und Fabian Busch) aber auch dem Zuschauer den Spiegel vorzuhalten: Sind das wirklich alles böse Nazis? Wie kann es sein, dass Hitler im 21. Jahrhundert bejubelt wird wie ein Popstar? Und wie hätte man selbst sich verhalten? -- Ellen Große


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