Wie reise ich in die Tropen? Teil 3

Dieses Thema im Forum "Medienspiegel" wurde erstellt von Ernst-Otto Von, 21 März 2016.

  1. Als ich 1987 das erste Mal nach Französisch Guyana gereist bin, wusste ich nichts! Es gab ja noch kein Internet und erst recht keinen Herrn Google, den man was fragen konnte.

    Also blieb nur die Recherche in Bibliotheken und ins Kino gehen, um Papillon mit Dustin Hoffmann zu sehen. Da bekam man eine kleinen Einblick ins Land, aber es war alles anders, auch die Teufelsinsel sieht in Natura etwas anders aus, speziell die Klippe, über die die Flucht stattfand, hab ich so nie gesehen.

    [​IMG]
    Die Idylle trügt, das ist die berüchtigte Teufelsinsel, auf der Papillon gefangen war.

    Die Fundorte meiner Fische aus der Literatur waren auch nicht zu gebrauchen. Zum Glück fand ich die aber überall woanders. Selbst das Faxgerät war noch etwas Seltenes. Also schrieb man Briefe, für die Jüngeren, das waren Zettel aus Papier, auf die man Nachrichten schrieb, mit Tinte(!), die von Götterboten weitertransportiert wurden.

    Ich hatte eine Hoteladresse in Cayenne, das war das Amazonia direkt am Place Palmiste, neben dem Hotel de Police. Das gibts auch heute noch und ist ein jetzt ein Best Western. Das angemietete Auto über Avis war gefühlte 20 Jahre alt und hatte total abgefahrene Reifen und einen fast leeren Tank. Als ich das sah und gleich wieder reinging, war niemand mehr im Flughafengebäude. Der Sprit reichte aber genau bis zur nächsten Tanke. Und auf dem Weg dahin hab ich am ersten Bach die gesuchten Fische gefangen, da war der Kescher noch nicht mal ordentlich zusammengeschraubt.

    Ich war von August bis Oktober dort und die Reise wurde ein Erfolg. Aber das Amazonia hab ich am übernächsten Tag verlassen, weil es einfach zu teuer war. Und der hochflorige Teppichboden im Badezimmer machte mir schon am ersten Tag Sorgen…

    Gleich am ersten Abend bekam ich den Tipp von einer Kellnerin, weil aus dem Elsaß, sprach sie deutsch, dass das Ajupa im Süden von Cayenne wohl preislich als auch ausstattungstechnisch für nasse und schmutzige Aquarianer besser geeignet sei.

    [​IMG]
    Das Ajoupa war mein zweites Hotel in Guyana, wenig Komfort, aber günstig und man ist mittlerweile an Aquarianer gewöhnt. Das Bild ist neu, ein Fax gab es 1987 hier noch nicht.
    [​IMG]
    Das Ajoupa von der Gartenseite, der Pool nimmt fast das gesamte Grundstück ein.

    Der Wechsel fand dann auch zügig statt und in diesem einfachen aber sauberen Hotel hab ich mich immer sehr wohl gefühlt. Ich glaube, ich war 5 mal hier. Und das Ajupa ist immer noch eine gut frequentierte Adresse von vielen Aquarianern. Ich selbst folgte der damaligen Pächterin, Mm. Arbit, die mit dem La Chaumiere an günstigerer Stelle ein neues Hotel erbaute.

    [​IMG]
    Der Restaurationsbereich des La Chaumiere, hier gibts Frühstück und abends von Pizza bis Entrecote alles, was das Herz begehrt.
    [​IMG]
    Manchmal braucht man auch Comfort. Ein frischbezogenes Bett weiss man nach ein paar Nächten im Wald wieder zu schätzen. Die Comfort Zimmer sind groß, haben einen großen Kühlschrank und die Betten werden täglich neu bezogen.

    Später traf ich dann den Holländer Joep Moonen wieder, der früher in Paramaribo im Zoo gearbeitet hatte und im Zuge des Bürgerkrieges von Surinam über Florida in Frz. Guyana landete und hier das Emerald Jungle Village südlich von Cayenne betreibt.



    [​IMG]
    Das Emerald Jungle Village von Joep Moonen liegt ausserhalb von Cayenne, direkt an der RN2 auf dem Weg nach Süden.
    [​IMG]
    Hier kann man sich eine kleine Hälterungsanlage für seine Fische aufbauen.

    Ich selbst brauche schon lange kein Hotel mehr, ich ziehe im Land herum, schlafe in der Hängematte oder im Zeltdach meines Pinzgauers und der steht immer da, wo ich sein möchte.

    [​IMG]
    Der Pinzgauer ist ein Hardcore Wohnmobil, man kommt praktisch überall hin und kann wohnen, wo man will.

    Aber mit diesen drei Adressen ist man bestens bedient. Joep ist ausserhalb am Carfour Gallion und man kommt bestens überall hin. Man kann sich hier eine kleine Aquarienanlage zur Hälterung seiner Fische aufbauen und bei ihm Boote ausleihen. Joep ist botanisch bewandert und ein Schlangenexperte.

    Das Ajupa ist durch das Wachstum der Stadt mittlerweile nicht ganz günstig gelegen, aber durch die ständigen aquaristischen Gäste stellt hier keiner dumme Fragen.

    Das La Chaumiere ist zur Zeit mein Favorit. Es liegt nahe der Brücke nach Kourou, kein Durchgangsverkehr, dadurch Stille im Morgengrauen, Kühlschränke auf den Zimmern, ein großer schöner Garten. Es gibt Zimmer, ist ja auch ein Hotel, aber auch zwei Ferienhäuser etwas abseits vom Hotel, für Selbstversorger super, in der Gruppe unschlagbar im Preis mit allem Komfort, und wenn man keine Lust hat selbst zu kochen, geht man halt zum Essen rüber ins Restaurant. Und hier gibt es sogar noch einen Raucherbereich, wohl der letzte in Europa. Ok, wenn man Boote braucht, muss man wissen, wo man die bekommt, aber dazu die nächste Folge lesen.

    [​IMG]
    Auf der Veranda unseres Ferienhauses, Warten auf das gemeinsame Abendessen. Grillfleisch mit Salaten.

    Emerald Jungle Village: emeraldjunglevillage@wanadoo.fr

    Hotel Ajoupa: hotel-ajoupa@wanadoo.fr

    Hotel La Chaumiere: receptionlachaumiere@orange.fr

    Ernst-Otto v. Drachenfels







    Der Beitrag Wie reise ich in die Tropen? Teil 3 erschien zuerst auf Aquanet.tv – Videos für Aquarianer.

    Weiterlesen...
     

Diese Seite empfehlen