Synodontis petricola – a never ending story?

Dieses Thema im Forum "Zuchtberichte" wurde erstellt von Oliver D., 2 Februar 2011.

  1. Oliver D.

    Oliver D. Mitglied

    Hallo,
    wenn sich der Jürgen schon so viel Mühe bei der Neugestaltung des Forums gibt, dann sollten wir auch schauen, dass hier was weiter geht! :)
    Synodontis petricola – a never ending story?
    Meine ersten Synodontis “petricola” erwarb ich im Jahr 2002 oder 2003 (ich weiß nicht mehr genau) auf einer Berliner Zierfrischbörse. Für insgesamt 30 EUR bekam ich 6 etwa 2,5 cm kleine Nachwuchs-Welschen. Damals war das für mich schon viel Geld und es tat weh, es für so winzige Fische aus zu geben, bei denen ich mir nicht sicher war, ob sie den Stress und die Heimreise überhaupt überleben. Sie überlebten aber und zogen in ein ca. 200 Liter fassendes Eck-Aquarium ein, in dem bereits ein Schwarm Alfaro cultratus schwamm.
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    Sie wuchsen nur langsam und erreichten eine Größe von etwa 8 cm. Leider stellte sich heraus, dass alle 6 Tiere Männchen waren. Zudem handelte es sich wohl nicht um die richtigen Synodontis petricola. Diese Fische wurden damals als Synodontis petricola „dwarf“ bezeichnet, also „Kleiner petricola“. Die Freude an den Tieren wurde dadurch natürlich nicht gemindert.
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    Die Suche nach einem passenden Weibchen stellte sich aber als schwierig dar.
    Im Juni 2004 kam ich dann ja nach Wien, mit der Hoffnung das passende Weibchen gefunden zu haben. Diese Hoffnung bestätigte sich für mich jedenfalls. Nicht jedoch für meine Synodontis petricola „dwarf“. :D
    2005 fand ich dann endlich in einem Wiener Zierfischgeschäft Synodontis petricola. Ausgewachsen Tiere – wunderschön, doch ich sah gleich, dass diese nicht zu meinen vorhandenen 6 passten. Im Gespräch mit dem Verkäufer stellte sich heraus, dass es sich um Wildfänge aus Burundi handeln sollte. Der Preis der Tiere bremste meine Euphorie wieder etwas. 35,- EUR sollte ein Fisch kosten. Ich suchte mir also nur 2 Welse heraus, bei denen ich mir sicher war, dass es sich um ein Männchen und ein Weibchen derselben Art handelte.
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    Wenn man das „dwarf“-Männchen direkt mit dem richtigen Synodontis petricola Männchen vergleicht, sieht man sehr deutlich, dass es sich nicht um dieselbe Art handeln kann. Nicht nur die Färbung, auch der Körperbau unterscheidet sich. Mit einer Revision der Fiederbartwelse des Tanganjika-Sees im Jahr 2006 bestätigten dann auch Ichthyologen, was Aquarianer schon länger vermuteten: es gibt mehr als eine Art die als Synodontis petricola gehandelt wird! Neu beschrieben in dieser Revision wurde unter anderem die Art Synodontis lucipinnis, bei der es sich wahrscheinlich um die in der Aquaristik bekannten Synodontis petricola „dwarf“ handelt.
    Doch zurück ins Jahr 2005 zu meinen Synodontis petricola aus Burundi:
    Die Tiere entwickelten sich prächtig und bald konnte man einen Laichansatz bei dem Weibchen erkennen. Die Geschlechter sind bei adulten Tieren ganz gut zu Unterscheiden. Wenn man sich allein vom Körperbau noch nicht sicher ist, hilft ein Blick von unten:
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    In diversen Berichten über diese Fiederbartwelse, las man, dass diese Fische gern in Höhlen laichen. Daher war zuerst Bastelstunde angesagt. In einem schwedischen Einrichtungshaus fand ich recht günstige Glasschalen, die zu meinem Vorhaben passten. Viel Erklären brauche ich wohl nicht, hier ist das Ergebnis:
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    Ich richtete ein 54 Liter fassendes Aquarium für den Zuchtversuch ein. Eine Prise Sand bedeckte die Bodenscheibe, ein Regelheizer, ein Ausströmer sorgte für Wasserbewegung und natürlich ein paar von den gebastelten Laichschalen, über die eine Kokosnusshälfte bzw. eine Tonhöhle kam.
    Lediglich 10 Liter Altwasser aus dem Haltungsbecken, der Rest wurde mit frischem Leitungswasser aufgefüllt. Bereits am nächsten Tag zogen die 2 Burundis ein. Gefüttert wurden ausschließlich Mückenlarven. Jeden Abend wurden 10 Liter Wasser gegen kühles Leitungswasser ausgetauscht. Ein paar Tage tat sich erst mal nichts, doch dann schwamm das Weibchen eines Tages sehr nervös durch das Aquarium. Es hatte offensichtlich auch noch etwas an Bauchumfang zugelegt. Sehr oft wurde es vom Männchen verfolgt. Schließlich schwammen beide Fische in eine der angebotenen Kokosnüsse und es kam zur ersten Paarung. Das Männchen umklammert dabei das Weibchen mit seinem Körper, sodass sich seine Genitalpapille direkt vor dem Maul des Weibchens befindet. Mit einem Ruck löst sich diese Bewegung und mit starken zittrigen Bewegungen drückt sich das Weibchen Richtung Boden und stößt dabei die Eier aus. In den Laichpausen wurden immer wieder Eier gefressen, die nicht sicher in den Laichschalen landeten. Der ganze Vorgang wiederholte sich immer wieder, bis der Laichvorrat des Weibchens scheinbar aufgebraucht war. Ich überführte die beiden Fische schließlich wieder in das normale Haltungsaquarium.
    Den Laich spülte ich aus den Schalen in einen kleinen Aufzuchtkasten, da die Jungfische nicht in diesem Aquarium bleiben sollten. Es vergingen nur ca. 30 Stunden bis die ersten Larven aus ihren Eihüllen schlüpften. Viele Eier waren auch unbefruchtet und ich versuchte alles ein bisschen zu sortieren. Die Larven wurden schließlich in ein 40 Liter fassendes Aquarium überführt, welches komplett mit Wasser aus dem Zuchtaquarium gefüllt war. Die Aufzucht war unkompliziert, doch das Wachstum der Jungfische im Vergleich zu anderen Arten recht langsam. Hier noch eine Bildstrecke:
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    Kurz nach diesem ersten Erfolg verstarb leider das Männchen aus mir nicht bekannten Gründen.
    Im Juni 2006 zogen wir dann ja nach Lanzendorf. Der Winter 06/07 bedeute leider das Aus für die Synodontis lucipinnis und auch für das Synodontis petricola Weibchen. Ein defekter Heizstab ließ die Temperatur auf 14°C fallen (Aquarium steht im ungeheizten Wintergarten).
    NEIN – ES IST NOCH NICHT AUS!!!
    Ich wollte diese Fische unbedingt wieder halten.
    Anfang 2010 entdecke ich dann eine interessante Funktion in der Fischbörse. Man kann dort tatsächlich einstellen, dass man bei Wels-Inseraten automatisch benachrichtigt wird. :D
    Mitte des Jahres erhielt ich schließlich die Benachrichtigung, dass 5 Synodontis petricola in Wien abzugeben sind. Ausgewachsene Tiere… zwei Weibchen, drei Männchen… der Preis war akzeptabel, also habe ich natürlich zugeschlagen!
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    Bei einem der Männchen (M3) denke ich, dass es sich evtl. wieder um Synodontis lucipinnis handelt. Köperform, Größe und Färbung sprechen dafür.
    Auch gelaicht haben sie schon im Haltungsbecken:

    Interessanterweise reagierte nur eines der Männchen auf das Weibchen. Die beiden anderen laichten nicht mit dem Weibchen ab. Evtl. sind es sogar mehr als nur 2 verschiedene Arten. So wie sich die Tiere teilweise unterscheiden, würde mich das nicht wundern.
    Viele Eier waren unbefruchtet und da ich ein wenig zu unvorstichtig mit ihnen umging, sinds jetzt leider nur 15-20 Jungfische. Aber das reicht ja mal als neuer Anfang, für die nicht endende Geschichte. :)

    Viele Grüße,
    Oliver
     
  2. marion

    marion Moderator Mitarbeiter

    schön,von dir zu lesen
    und wiedermal aussergewöhnlich tolle fotos
    danke[​IMG]
    baba
    marion
     
  3. christine

    christine Moderator Mitarbeiter

    Grüß dich!

    Toller Bericht und tolle Fotos, danke! :)

    Liebe Grüße, Christine
     
  4. firlefanz

    firlefanz Mitglied

    super geschrieben und wieder einmal faszinierende fotos!
    DANKE!
    liebe grüße
    ingrid
     
  5. david

    david Mitglied

    hi
    schöne Fotos tolle Tiere , mein Trupp ist leider bei dem Krankheits-Gau eingegangen
    waren aber tolle Tiere !
    lg david
     
  6. dogde

    dogde Moderator Mitarbeiter

    Hallo und Grüße
    Toller Bericht,schöne Tiere (Synodonten sind super)
    Danke fürs hier reinstellen
    Liebe Grüße paul
     
  7. DorisAndrea

    DorisAndrea Aktives Mitglied

    Toller Bericht und tolle Bilder!!
     

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